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Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf


Dörfer sind auch heute noch Wirtschaftsstandorte. Das ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf“. Ein Team der HAWK hat in den vergangenen zwei Jahren untersucht, welche Bedeutung Unternehmen heute in südniedersächsischen Dörfern haben. In enger Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern hat die Forschungsgruppe die Dörfer der Flecken Bevern (LK HOL) und Bovenden (LK GÖ) sowie der Gemeinde Katlenburg-Lindau (LK NOM) in Augenschein genommen. Besonders interessierte sie, wie wirtschaftliche Entwicklungen vor Ort gefördert werden können. Digitalisierung spielt auch für den Wirtschaftsstandort Dorf eine entscheidende Rolle.
Der genaue Blick der Forscher*innen auf die wirtschaftlichen Aktivitäten zeigte, dass alle Dörfer über eine nicht unerhebliche Anzahl von Unternehmen verfügen. Auch in den kleinen Dörfern ist dies der Fall. Erstaunlicherweise sind die Unternehmen aber nicht immer sichtbar und bekannt. Im Projekt wurden über 50 qualitative Face-to-Face-Interviews durchgeführt. Über 200 Unternehmer*innen nahmen zudem an einer schriftlichen Befragung teil.
Vier Kernaussagen lassen sich aus den Umfragen ableiten:

(1) Die Unternehmer*innen schätzen den dörflichen Standort. Sie heben insbesondere weiche Standortmerkmale wie die Attraktivität der Landschaft positiv hervor.

(2) Es besteht allerdings auch Handlungsbedarf. Eine verlässliche Internetanbindung und die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften werden als wichtigste Zukunftsfaktoren genannt.

(3) Typisch für den Wirtschaftsstandort Dorf ist auch heute noch eine Mischung von Wohnen und Arbeiten. Diese Mischung ist allgemein akzeptiert. Oft liegen die eigenen Wohnräume in unmittelbarer Nähe zu den eigenen Arbeitsräumen. Das trifft sowohl auf traditionelle Betriebsstandorte in den Dorfkernen zu als auch auf Dienstleistungsunternehmen, die sich in den neueren Wohngebieten befinden.

(4) Vor Ort ist immer noch der Bürgermeister mit seiner Gemeindeverwaltung der Hauptansprechpartner der Wirtschaft. Die Hausbank wird an zweiter Stelle genannt.
Das Projekt „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf“ hat über diese Analyse hinaus Handlungsempfehlungen entwickelt, wie die Kommunen eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Dorf unterstützen können.


Laufzeit: 2017 bis Sep 2020

Projektträger: HAWK Göttingen (Ressourcenmanagement)


  Bildrechte: Treblin

Foto: Treblin

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