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Gemeinsam mit Schülern Konzepte für die Berufs- und Studienwahl weiterentwickeln

Zusammen mit Schülern arbeiten Lehrer, Berufsberater für Abiturienten sowie Vertreter aus Wirtschaft und Bildung an einer Stärkung der Berufswahlkompetenz.


Göttingen, 11.04.2017


Mit dem Ziel, angehende Abiturienten besser auf die Berufs- oder Studienwahl vorzubereiten, startete im vergangenen September das Projekt „Regionales Berufswahlnetzwerk Sek. II". Seitdem sind in den fünf Lerngemeinschaften, die sich unterschiedlichen Aspekten des Themas widmen, viele Ideen entwickelt worden. Beim ersten Netzwerktreffen, das in der Agentur für Arbeit in Göttingen stattfand, stand daher der Austausch im Vordergrund. Rund 75 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, Ansätze und Ideen zu reflektieren.

In dem Netzwerk engagieren sich zum einen Lehrer von 18 Schulen mit Sekundarstufe II aus Stadt Göttingen, Landkreis Göttingen und Landkreis Northeim. Als außerschulische Partner kommen Berater für Abiturienten der Agentur für Arbeit sowie Vertreter aus Bildung und Wirtschaft hinzu. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie der Übergang von der Schule in die Ausbildung bzw. in das Studium noch besser vorbereitet und begleitet werden kann. Was das Projekt von anderen Ansätzen unterscheidet, erklärt Susanne Sohns, Berufsberaterin für Abiturienten und in der Agentur für Arbeit Göttingen: „Die Besonderheit liegt zum einen darin, dass es gelungen ist, Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen an einen Tisch zu bringen, um von ihren unterschiedlichen Erfahrungen zu den Themen Berufsorientierung und Berufswahl zu profitieren. Noch wichtiger ist jedoch die Einbeziehung der Schüler: Es wird nicht nur über sie geredet. Sie sind vielmehr Teil der Lerngemeinschaften und bringen ihre ganz persönlichen Erfahrungen, Wünsche und Ziele mit ein." Dass Schulabgänger mit Hochschulreife bei der Berufsorientierung und Berufswahl vor besonderen Herausforderungen stehen, liegt auf der Hand: Denn neben den über 300 betrieblichen Ausbildungen und einer Vielzahl von schulischen Angeboten und dualen Studienangeboten stehen Abiturienten auch mehr als 10.000 grundständige Studiengänge offen.

Derzeit befindet sich das auf zweieinhalb Jahre ausgelegte Projekt mit seinen fünf Lerngemeinschaften noch in der konzeptionellen Phase. Ab September sollen die erarbeiteten Bausteine in den 18 Schulen erprobt und abschließend bei Bewährung implementiert werden. Christoph Dönges, Schulleiter des Northeimer Gymnasiums Corvinianum, äußerte sich zufrieden mit dem Verlauf des Projektes und dem Netz-werktreffen: „Es war eine gute Gelegenheit, einen Überblick über die bisher geleistete Arbeit in den verschiedenen Lerngemeinschaften zu gewinnen. Wir konnten uns über die Möglichkeiten, Bausteine des Berufsorientierungskonzepts in der eigenen Arbeit umzusetzen, auszutauschen. Ich erkenne produktive Netzwerkstrukturen, und das gibt mir auch für die weitere Arbeit in meinem Team ein gutes Gefühl."

Dass auch bei Schulabgängern mit Hochschulreife Bedarf an einer verbesserten Berufsorientierung besteht, zeigen die Zahlen der abgebrochenen Ausbildungs- und Studienverhältnisse von jungen Menschen mit Hochschulreife: 2014 löste bundesweit jeder siebte Azubi mit (Fach-) Abitur seinen Ausbildungsvertrag. Und mehr als jeder vierte Studierende verließ nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Hoch-schul- und Wissenschaftsforschung aus dem Jahr 2014 die Hochschule ohne Abschluss. Ausreichend Gründe also, die Berufsorientierung auch für Schüler der Sek. II auszubauen und ihre Berufs- und Studienwahlkompetenz zu stärken.


Hintergrund:

Teilnehmer des Regionalen Berufswahlnetzwerkes Sek. II sind 18 Schulen (Lehrer und Schüler) aus Südniedersachsen (Landkreis Göttingen inklusive Altkreis Oste-rode am Harz, Landkreis Northeim, Stadt Göttingen) mit einer Sekundarstufe II, Berater für Abiturienten der Agentur für Arbeit, regionale Vertreter von Bildung, Wirtschaft und Hochschulen.

Das Projekt gliedert sich in eine einjährige konzeptionelle Phase, eine einjährige Erprobungsphase und eine halbjährige Implementierungsphase. Gestartet ist das auf zweieinhalb Jahre ausgelegte Projekt am 1. September vergangenen Jahres.

Das Projekt wird von der Agentur für Arbeit Göttingen, dem Landkreis Northeim, der Bildungsregion Südniedersachsen e.V. und dem Institut für Bildung und Erziehung begleitet. Projektträger ist die Stadt Göttingen, ihre Tochter Beschäftigungsförderung Göttingen (kAöR) setzt das Projekt um. Finanziert wird das Projekt zu 50 % aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds des Landes Niedersachsen, zu 35 % aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit und zu 15 % von den Landkreisen, der Stadt Göttingen und der Bildungsregion Südniedersachsen e.V.


Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit Göttingen

 
Stefan Wolfgang, Dr. Ulrike Witt, Bernhardt Reuter, Christian Schmelcher, Hartmut Kaiser, Frauke Heiligenstadt (Nds. Kultusministerin), Gero Geißlreiter, Klaus-Dieter Gläser
 
von links: Annette Mittag (Agentur für Arbeit Göttingen), Siegfried Lieske (Stadt Göttingen), Barbara Braune (Geschwister-Scholl-Schule Göttingen), vorne: Sandra Warnick (HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen)
 
von links: Andrea Kaiser (BBS II Göttingen), Lilian Jöster, Hanna Klar (Hainberg-Gymnasium Göttingen) mit der Moderatorin Augustine Burkert (ZAROF GmbH, Leipzig)
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