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Fachbeirat Südniedersachsen: Regionalmarketing und Digitalisierung als Topthemen

Auch der Wirtschaftsstandort Dorf hat Potentiale



Am 12.03.2019 diskutierte der Fachbeirat Südniedersachsen die aktuellen Entwicklungen des Südniedersachsenprogramms. Gastgeberin war Frau Christine Müller vom Landesfrauenrat und Gleichstellungsbüro der Stadt Göttingen.

Im Fokus der Arbeit 2019 steht aus Sicht des Vorsitzenden Dr. Martin Rudolph (Leiter der Geschäftsstelle Göttingen der IHK Hannover) die Entwicklung einer Regionalstrategie und eines Regionalmarketings für Südniedersachsen. „Wir werden unsere Energie darauf konzentrieren, hier erfolgreich zu sein“, hob Rudolph hervor und stellte die weiteren Schritte zur Diskussion.

Prof. Dr. Ulrich Harteisen von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) präsentierte die ersten Zwischenergebnisse des Projektes „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf (WiStaDo)". Das Forschungsprojekt analysiert den Wirtschaftsstandort unter besonderer Berücksichtigung der digitalen Transformation und der demografischen Entwicklung. „Viele Jahrhunderte wurde im Dorf auf gleichem Raum gelebt und gearbeitet,“ führte Harteisen aus. Heute kann einerseits die Verlagerung von Wirtschaft und Arbeit in die urbanen Räume festgestellt werden, gleichzeitig findet sich aber auch nach wie vor ein breites Spektrum an Wirtschaftsakteuren in den Dörfern. Neben Landwirtschaft und Handwerk spielen Dienstleistungen, so z. B. im Bereich Gesundheit und Pflege eine zunehmend wichtigere Rolle.Die Unternehmensbefragung in den drei Modellkommunen ist auf großes Interesse gestoßen. „Wir gehen davon aus,“ so Harteisen, „dass der Wirtschaftsstandort Dorf Potentiale hat, die stärker als bisher ins Blickfeld gerückt werden sollten.“

Frau Angelika Böttcher von der VHS Göttingen Osterode berichtete über das Expertenforum Südniedersachsen: „Aus- und Weiterbildung in der Wirtschaft 4.0“. Das Forum entwickelt Empfehlungen, wie Digitalisierung auf regionaler Ebene begleitet werden kann. Forschungsstudien zeigen, dass auch die südniedersächsischen Unternehmen in erheblichem Ausmaß vom digitalen Wandel betroffen sein können. Bei über 25 % der Beschäftigten können bis zu 70% ihrer beruflichen Tätigkeiten durch die neuen Technologien ersetzt werden. „Hier hilft nur“, führte Dr. Ulrike Witt vom Projektbüro Südniedersachsen aus, „auch kleinen und mittleren Unternehmen passgenaue Angebote für ihre unternehmensorientierte Weiterbildung zu machen.“ Ein neues Projekt „Digitale Kompetenzen in der Weiterbildung“ soll hierfür die Voraussetzungen schaffen. „Wir wollen die Chancen der neuen Bundesförderung nach dem Qualifizierungschancengesetz konsequent für die Region nutzen!“ skizzierte Dr. Rudolph das Ziel der Initiative.

Hintergrundinformationen:

Zum Südniedersachsenprogramm wurden 2015 zwei Beiräte gebildet, die die Umsetzung fachlich begleiten. Der Fachbeirat setzt sich aus 20 Vertreter*innen verschiedener Verbände und regionaler Akteure aus Südniedersachsen zusammen. Auf Beschluss des Steuerungsausschusses Südniedersachsen wurden die vorgeschlagenen Institutionen eingeladen, einen Vertreter für den Fachbeirat zu benennen. Um auch die Belange der Unternehmen einzubeziehen, wurde ein Wirtschaftsbeirat gebildet. Beide Beiräte unterstützen den Steuerungsausschuss Südniedersachsen im Sinne eines „guten Rates“ bei der Umsetzung des Südniedersachsenprogramms.

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Amt für regionale Landesentwicklung

- Projektbüro Südniedersachsen -

Dr. Ulrike Witt

Tel.: +49 551 5074-113

E-Mail: ulrike.witt@arl-bs.niedersachsen.de

 
Diskussionsrunde des Fachbeirats; Bildrechte: Projektbüro Südniedersachsen
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