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DAIMON – Saubere Meere durch Bergstadtforschung

TU Clausthal beteiligt sich erfolgreich am Interreg-Programm der EU



Giftmüll bedroht unsere Meere. Allein in der Ostsee wurden in beiden Weltkriegen 50.000 Tonnen chemische und 200.000 Tonnen konventionelle Munition versenkt .Diese Altlasten sind ein erhebliches Risiko sowohl für die Umwelt als auch für die wirtschaftliche Meeresnutzung. Wie gehen wir mit diesen Gefährdungen um? Dieser Frage widmet sich das EU-Interreg-Projekt DAIMON, dessen Partner aus neun europäischen Ländern sich auf Einladung der TU Clausthal vom 17. bis 19. Oktober zu einer Konferenz in Goslar trafen.

 

Grundproblematik ist, dass Giftmüll, insbesondere chemische und konventionelle Munition, die in der Ostsee und im Skagerrak versenkt wurde, ein breites Spektrum von gefährlichen Stoffen enthält. Bedingt durch die zunehmende wirtschaftliche Nutzung des Meeresbodens für Offshore-Windparks und Pipelines erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die versenkten Behälter chemische Kampfstoffe in die direkte Umgebung freisetzen und damit zum Risiko für die Menschen und Tierwelt werden. Zudem verschlechtert sich der Zustand der Behälter durch Korrosion zusehends. Aus diesen Gründen wird international auf politischer und wirtschaftlicher Ebene verstärkt darüber diskutiert, wie das Umweltrisiko von versenkter Munition zu bewerten und zu behandeln ist.

Und da diese Problematik kein rein nationales Problem ist, sondern nur in Zusammenarbeit aller betroffenen Meeresanrainer gelöst werden kann, habe sich Projetpartner aus neun Staaten zum Projekt DAIMON zusammengeschlossen. Beteiligt am Projekt sind die Ostseeraumanrainerstaaten Finnland, Litauen, Polen, Schweden, Deutschland und Norwegen sowie assoziiert Russland und Weißrussland. Außerdem nehmen die Niederlande an dem Verbundvorhaben teil. Fördergrundlage für das Projekt DAIMON mit einem Gesamtvolumen von 4,7 Millionen Euro ist die EU-Interreg-Förderung.

Im Rahmen der Interreg-Programme unterstützt die EU transnationale Kooperationen, deren Projekte zur Lösung supranationaler Herausforderungen beitragen oder der Umsetzung strategischer EU-Politiken dienen. In der Region betreut werden die Interreg-Programme durch das Amt für regionale Landesentwicklung, welches als Interreg-Multiplikator vor Ort berät und vernetzt und die Projekte durch die technische Initiierung und Antragstellung begleitet. Matthias Wunderling-Weilbier, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung, erklärt: „Mit den Interreg-Programmen schafft die EU die Grundlage, dass uns gemeinsame Herausforderungen auch gemeinsam in transnationaler Kooperation angegangen werden – und das ist der logischste und effektivste Weg zu zukunftsweisenden Lösungen, von denen alle Beteiligten profitieren können.

Genau in diesem Sinne zielt auch das Projekt DAIMON auf einen den ganzen Projektraum zugutekommenden synergetischen Mehrwert, indem es die Grundlagen für ein problemorientiertes transnationales Wassermanagement schaffen will. Wie dies konkret aussehen soll, erläutert Professor Matthias Reuter vom Institut für Informatik der TU Clausthal: „Die Projektpartner wollen den Behörden der baltischen Anrainerstaaten mittels einer datenbankgestützten Entscheidungsunterstützungs-Software eine schnelle und kompetente Informationslage bezüglich detektierter Altlasten, auftauchender Verseuchungsschwerpunkte oder umzusetzender Entsorgungsoperationen von geborgenen Gefahrengütern bereitstellen.” Ergänzt zu einem kompletten Entscheidungsunterstützungssystem wird diese Software durch integrierte Empfehlungen zur Handlungsunterstützung und durch Lagesimulatoren.

 
v.l.n.r. Prof. Dr. Matthias Reuter, Dr. Sabine Bohlmann, Landesbeauftragter Matthias Wunderling-Weilbier, Prof. Dr. Sven Hartmann
v.l. Dr. Jacek Beldowski, Prof. Dr. Matthias Reuter, Dr. Sabine Bohlmann, Bürgermeisterin Britta Schweigel
 
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